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AusstellungZeitRaum 3 NationalsozialismusThemenwand Der Krieg Einmarsch US-Truppen

Einmarsch US-Truppen

Foto | 2. April 1945
Frank van der Veer/Dave Willis

Ein weißes Laken hatte die 22jährige Lore Bolte ins Fenster gehängt, bevor sie sich wie viele Haller im Gartenbunker verkroch. Die amerikanischen Alliierten erreichten Halle von Süden kommend am Ostermontag, den 2. April 1945. In der Rosenstraße (Foto) wurden Volkssturmtruppen bei ihrer Gefangennahme gefilmt. Die Aufnahmen machte der amerikanische Soldat Frank van der Veer.

Hören Sie, wie zwei Brüder diese Tage erlebten – zwischen Hausdurchsuchungen und Schokolade…

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Details und Hintergründe

Vormarsch auf Halle

Ein Anruf aus Kölkebeck – so die mündliche Überliefeung – kündigte in Halle den Vormarsch der amerikanischen Aliierten an.

Vom Rhein in Richtung Elbe vorrückend nahmen sie binnen weniger Wochen Westdeutschland ein – Stadt für Stadt, Dorf für Dorf. Die „5th Armored Division“ eroberte an nur einem Tag, dem 2. April 1945, die Route Harsewinkel – Halle – Werther – Jöllenbeck. Die Spitze dieser Panzerdivision bildete die die kampferprobte „Task Force Hamberg“, benannt nach ihrem Befehlshaber Oberstleutnant William A. Hamberg.

Die Panzersprerre in Tatenhausen war offenbar schon von ihren Bewachern aufgegeben worden. Ungeklärt ist, warum dort an diesem Tag zwei Wehrmachtshelferinnen ums Leben kamen. Ihre Papiere wurden entwendet, und so konnten die Angehörigen niemals benachrichtigt werden. Ein namenloser Grabsteinauf dem Haller Friedhof III erinnert noch heute an das sinnlose Sterben der beiden jungen Frauen.

 

Durchsuchung von Volkssturm-Männern durch amerikanische Soldaten.

Kampflose Übergabe

Über die damalige „Straße der SA“ (heute Alleestraße) rollten die amerikanischen Panzer nach Halle ein. Einige Anwohner hatten weiße Fahnen ins Fenster gehängt. Viele suchten Schutz im Keller oder in einem Erdbunker im Garten.

Die Besatzung verlief ohne Gegenwehr der Haller. Allein zur Einschüchterung der Bevölkerung wurde geschossen. Umso tragischer erscheint der Tod von Steinmetz Wilhelm Schmidt, der vor dem Bunker in seinem Garten von einer einzelnen Gewehrkugel getroffen wurde. Seine Enkelin erinnert sich an den blutigen Kopfverband des Toten.

Die Eroberung wurde gefilmt

Zur US-Army gehörte das „US Signal Corps“, Dessen Aufgabe war es, „eingebettet“ in die Truppen professionelle Aufnahmen zu machen. Der Kameramann Frank van der Veer filmte die Durchsuchung und Gefangennahme deutscher Volkssturm-Männer auf der Rosenstraße in Halle. Hier sind einige Standbilder zu sehen. Der Armeefotograf Dave Willis machte die Aufnahme oben – van der Veer ist dort von hinten zu sehen.

Zur Einnahme der Stadt gehörte das Aufspüren von deutschen Soldaten und Waffen. Annähernd alle Häuser wurden inspiziert und oft auch durchsucht. Den Hallern, auch den damaligen Kindern, prägte sich dieser angstvolle Moment des ersten „Feindkontaktes“ tief ein. Nicht selten blieb neben der Erleichterung auch ein Stück Schokolade zurück.

Unmittelbar vor dem Einmarsch der Amerikaner lagerten kurzzeitig junge SS-Männer in Halle, die sich auf dem Rückzug befanden. Besonders in Ascheloh war die Sorge groß, die Totenkopf-Soldaten nicht rechtzeitig loszuwerden, bevor die „Amis“ kamen.

Wir sammeln Erinnerungen...

Welches sind Ihre Erinnerungen an das Kriegsende in Halle? Erkennen Sie vielleicht eine der Personen auf den Fotos? Wir als Museumsteam interessieren uns sehr für Ihre persönlichen Eindrücke und Erlebnisse.

Kommen Sie gern samstags in die Museumssprechstunde (10-12 Uhr) oder rufen Sie uns in dieser Zeit an unter 05201/183-256.

Quellen:

Augenzeuginnen und – zeugen aus Halle/Westfalen (Lore Bolte, Inge Stoppenbrink, Albert bzw. Jörg Buck und weitere).

Friedhelm Wittenberg, Jöllenbeck auf www.erinnerungszeit.de, URL: http://www.erinnerungszeit.de/wb/seiten/kriegsende-1945.php [online am 29. März 2018].