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AusstellungZeitRaum 3 NationalsozialismusThemenwand Der Alltag Spendenabzeichen des Winterhilfswerks

Spendenabzeichen des Winterhilfswerks

Glas auf schwarzem Filz | März 1941
Haller ZeitRäume

Gemeinnutz statt Eigennutz! war ein Leitsatz des Nationalsozialismus, der viele überzeugte. Sammlungen für „notleidende Volksgenossen“ gehörten zum Alltag, so auch die regelmäßigen Spenden für das Winterhilfswerk (WHW). Als Dank wurde ein es WHW-Abzeichen überreicht, das meist Sammlerwert hatte, so wie diesen Glasanhänger „Adolf Hitler“ aus der Serie „Köpfe berühmter deutscher Männer“.

Organisiert wurden solche progagandawirsamen Kampagnen von der NS-Volkswohlfahrt. Sie drang ab 1933 in alle sozialen Bereiche vor, die volmals in kirchlicher Hand gelegen hatten – mit Erfolg. Um 1940 zählte die NSV etwa 800 Mitglieder im kleinen Halle, weit mehr als die Partei.

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Exponat: Spendenabzeichen des Winterhilfswerks

Bedeutung der NS-Volkswohlfahrt

Die Arbeit der NSV prägte den Alltag – auch in Halle. Beispielsweise wurden für Bedürftige Lebensmittel gesammelt und in der NSV-Küche (Lange Straße Nr. 43) eingekocht. Im Sommer gab es in Hörste einen Erntekindergarten. Im Winter wurde gemeinsam gestrickt. Dazu kamen immer wieder Sammlungen. Alle Kampagnen der NSV kündigte das Haller Kreisblatt an und berichtete darüber.

Die NSV leistete dem NS-Regime damit einen Dienst, dessen Bedeutung kaum zu unterschätzen ist. Ihr propagandawirksames, vermeintlich soziales Engagement sorgte dafür, dass Millionen Deutsche der nationalsozialistischen Politik zustimmten – oft über 1945 hinaus. Rückblickende Äußerungen wie „Es war ja nicht alles schlecht“ und „Gemeinnutz vor Eigennutz, das finde ich eigenltlich heute noch richtig.“ oder „Wir hatten damals ja die Volksgemeinschaft, was das bedeutete, könnt ihr heute gar nicht verstehen.“, spiegeln zum Teil die positiv empfundene Arbeit der NS-Volkswohlfahrt.

Kaum wahrgenommen wurde, dass die NSV die nationalsozialistische Politik der „Rassenauslese“ umsetzte und die „Ausmerze“ der Unerwünschten forcierte. Alle Hilfen dienten der Stärkung der Gesunden, Nützlichen und deren „Volksgemeinschaft“. Keine Hilfe erhielten Menschen, die von der NS-Ideoligie als „Minderwertige“ und als „Ballastexistenzen“ bezeichnet wurden.

Umfassendes Material zur Arbeit der NSV in Halle/Westfalen liegt – bisher ungesichtet – im Zeitungsarchiv des Haller Kreisblatts (Aufrufe, Berichte…) sowie im Kreisarchiv Gütersloh (Mitgliederlisten, Spendenlisten…).Von der Sichtung und Auswertung sind grundlegende Erkenntnise über die Bedeutung der NSV Halle zu erwarten.

Katja Kosubek