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Ferdinand Brune

Ein Ravensberger als Baumeister in Lippe

Detmold, die lippische „Hauptstadt“, repräsentierte sich durch prachtvolle Bauten. Ein Mausoleum, eine Fasanerie, ein Theatermagazin – diese wunderbaren Bauaufträge erfüllten das Leben von Ferdinand-Wilhelm Brune.
Im Juli 1803 wurde er als Sohn der Eheleute Henriette Luise Benigna Tiemann und Christian Ferdinand Brune und in Halle geboren. Beide Familien genossen hier hohes Ansehen. Sein Vater war Amtmann in der Vogtei Brackwede. So fand der kleine Ferdinand die besten Voraussetzungen für sein Leben. Ihm eröffnete sich sogar die Möglichkeit zu studieren – und das in Berlin!

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Fortsetzung

Hier begann 1820 sein erstes Semester an der Bauakademie. Das Studium musste er allerdings 1822 für einen einjährigen Militärdienst in Minden unterbrechen. Es folgte ein 20-monatiges Praktikum, bevor Ferdinand Brune sein Studium von 1824 bis 1827 fortsetzte. Um seinen Lebensunterhalt zu decken, nahm er Aufträge auf Honorarbasis an. Die berufliche Suche dauerte indes nicht lange: Schon 1829 erfolgte seine Festanstellung als Lippischer Landbaumeister. Und noch im gleichen Jahr heiratete der 26-jährige Henriette Reuter. Dies war eine standesgemäße Partie: Henriettes Vater war Friedensrichter in Schildesche gewesen und 1815 nach Halle gezogen.
Nach vielen Jahren des Schaffens erhielt Ferdinand Brune 1847 den Titel des Baurates. Zu seinen Werken im Spätklassizismus gehören ein Brunnenhaus und das Schlammbad in Bad Meinberg, vor allem aber Bauwerke in Detmold, wie die Kaserne an der Leopoldstrasse, das Theatermagazin, die gusseiserne Brücke am neuen Palais, das Offiziantenhaus (heute Ferdinand-Brune-Haus), die Fasanerie im Friedrichstal und der Umbau der dortigen Grotte zum fürstlichen Mausoleum.
Henriettes und Ferdinands Ehe blieb kinderlos. Sie starb 1857. Er folgte nach wenigen Monaten, erst 54-jährig, und wurde in Detmold bei seiner Frau begraben.

Martin Wiegand

Die Grabsteine ihrer Väter liegen bei den Waldbegräbnissen am Haller Lotteberg.