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Friedrich Wilhelm Gustav Dankberg

Wo die Delfine springen…

Ein junger Tischler wird begnadeter Bildhauer

Auf dem Alten Friedhof an der Bahnhofstraße steht ein unscheinbarer Grabstein. Der schöne Engel, der darauf stand, fehlt.
Hier sind der Tischler Heinrich Adolph Dankberg und seine Frau Catherine Elisabeth begraben. Ihr gemeinsamer Sohn Friedrich Wilhelm Gustav (* 09. Oktober 1819), wurde gleichfalls Tischler — doch dabei sollte es nicht bleiben…

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Exponat: Friedrich Wilhelm Gustav Dankberg

Fortsetzung

Als er 20 Jahre alt war, drängte es den armen Handwerksgesellen 1839 nach Berlin zu gehen. Bei dem Bildhauer Friedrich Wilhelm Holbein erlernte er die Bildhauerei und schaffte es sogar, an der Akademie der Künste zu studieren. Die Frau des späteren preußischen Justizministers Gustav Wilhelm Kisker, der wie Dankberg auch aus Halle kam, war förderte ihn maßgeblich. In den Architekten Persius und Strack hatte Dankberg weitere Unterstützer. Sie ermutigten ihn, seine Fähigkeiten im Bereich der Ornamentik auszubauen und verschafften ihm Aufträge für seine 1843 gegründete Werkstatt. Zwei seiner Brüder arbeiteten dort mit.
Im Laufe der Jahre erarbeitete sich Wilhelm Dankberg einen herausragenden Ruf in der Herstellung von Schmuckelementen für Palast- und Fabrikbauten. Dazu zählten Plastiken, Figuren, Friese. Am „Roten Rathaus“ in Berlin findet man noch heute Dankbergs Terrakotta-Reliefs. Seine Werkstatt fertigte Stuckdecken für das Schloss Sanssouci, Stuckfriese und 14 Medaillons für das Schweriner Schloss und hinterließ viele weitere Spuren.
Im Detmolder Palaisgarten ist Dankbergs „Delphinbrunnen“ zu sehen. Ihn hatte seinerzeit Ferdinand Brune bestellt. Auch Brune wurde in Halle geboren und war als Landbaumeister am lippischen Fürstenhof mit Dankberg befreundet.
Wilhelm Dankberg starb — erst 47 Jahre alt — am 13. Oktober 1866. Seine eindrucksvolle Familiengrabstätte findet man auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin.

Wolfgang Kosubek