Hauptmenü öffnen

Hermann und Clamor Friedrich Hagedorn

Segeltuch & Leinenstoff

Die weißen Stoffballen wurden auf Segelschiffe verladen. Dann begann ihre Reise von Bremen nach Übersee. Ravensberger Leinenstoff war gefragt und Familie Hagedorn machte damit gute Geschäfte.
Im kleinen Halle hatte die Familie ihren Stammsitz. Hier gab es eine „Legge“, also eine Prüfstelle für das auf dem Land gewebte Leinen und Segeltuch. Schon 1721 gründete die Familie ein Handelskontor in Bremen. Dort führte Hermann Hagedorn ab 1762 die Geschäfte. Mit Halle verband ihn eine innige Zuneigung. Oft besuchte er hier die Verwandten — ein älteres Ehepaar ohne Kinder — und nahm seinen jüngeren Sohn Clamor Friedrich mit, der einmal den Haller Leinenhandel übernehmen sollte. Der junge Bremer zog 1798 nach Halle. Sein Onkel war bereits gestorben, und Clamor Friedrich lernte alles Notwenige von seiner Tante „Madame Hagedorn“. Auch Hermann half dem Sohn — aber das war nicht alles, was ihn nach Halle zog…

Weiterlesen

Exponat: Hermann und Clamor Friedrich Hagedorn

Fortsetzung

Hermann Hagedorn träumte von einem Landschaftspark, so wie sie manche Adlige sie damals anlegten. Darin wollte er — ganz im Sinne der Aufklärung — „das Schöne mit dem Nützlichen verbinden“. Madame Hagedorn ließ sich überreden: Ihr gehörte einiges Land in Halle und der sonnige Bergkamp eignete sich hervorragend für Hermanns Lebenstraum.
Nun entstanden Wege und Alleen, ein Lustpavillon, den die Leute bis heute „Kaffeemühle“ nennen, sowie ein Gärtnerhaus mit Obstbaumzucht. Auch ein Wohnhaus für Clamor Friedrich und seine Frau Friederike Louise war geplant.
Doch 1811 verließ das Glück die Hagedorns: Clamor Friedrich erlag einem „Nervenfieber“. Zudem hatte sich die Bremer Dépendance hoch verschuldet, und bald darauf starben dort auch noch Sohn und Schwiegertochter. Hermann Hagedorn nahm sich nun seiner 15 Enkelkinder an. Die Älteren brachte er in guten Familien unter, die vier Jüngsten behielt er bei sich.
Auf diese Weise gebraucht, wurde er 92 Jahre alt.

Wolfgang Kosubek