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ZeitRaum 7 Aufklärung & RomantikThemenwand Romantik Waldbegräbnisse

Waldbegräbnisse

| Friedhof angelegt ab 1811
Stadt Halle/Westfalen

Ein Ausdruck der Romantik, aber auch der Aufklärung sind die Haller Waldbegräbnisse. Das Preußische Landrecht verbot ab 1794 die unhygienische Bestattung der Toten innerhalb der Städte. Wohlhabende Haller entdeckten um 1820 die Natur als Spiegel der Seele und wählten diesen „Tempel“ für ihre letzte Ruhe. Die zärtlichen Grabinschriften zeigen den zeittypischen öffentlichen Ausdruck individuellen Gefühls.

Die Lupe (rechts) zeigt Ihnen, wie es hier 1940 aussah. Besuchen Sie auch den Geschichtspfad Waldbegräbnisse.

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Details und Hintergründe

Der überfüllte Totenacker

Der Handlungsdruck war im Grunde hausgemacht. Bestattungen auf dem Haller Kirchplatz wurden spätestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts immer bedenklicher, auch durch die Zunahme der Bevölkerung – das wussten die Haller. Fast 600 Jahre lang (andere Quellen nennen 1000 Jahre) hat die Grabstätte an der Johanniskirche als einziger Bestattungsort dienen müssen; erst 1827 kam es zum Ankauf des Grundstücks für einen neuen Totenacker.

Der Überlieferung nach musste schon im 17. Jahrhundert der Boden bei jedem Sterbefall mit dem ‚Totenstecher‘ auf genügend Platz für die neue Leiche abgesucht werden. Stieß man auf feste Särge, dann wurde
weiter geprüft. Knochenfunde waren kein Hindernis. Sie wurden eine Zeit lang im Beinhaus an der Kirchennordseite eingelagert. Solange, bis das Beinhaus restlos gefüllt war und es schon 1749 zum Abbruch kam.

Der Kirchplatz mit der Nord-Ost-Seite der Johanniskirche um 1910. Foto: Stadtarchiv Halle (Westf.).

Begräbnisplätze am Berghang

Die 1771 angeordnete und durchgeführte Markenteilung hätte den Haller Nöten abhelfen können. Sie verfügte die Privatisierung von öffentlichen Wald- und Heideflächen zu äußerst günstigen Bedingungen und war hier 1784 abgeschlossen. 118 Bürger – alle damaligen Hausbesitzer – waren zum Landerwerb berechtigt. Viele machten davon Gebrauch und erkannten zudem die Möglichkeit, am Fuße des Osning, oberhalb der Stadt, eigene Begräbnisplätze anzulegen. Das räumte ihnen das Allgemeine Preußische Landrecht von 1794 ein und als Bestandteil des napoleonischen Code Civil das Dekret Nr. 23 (Art. 1) von 1804.

Allerdings lediglich durch den Ausschluss von Bestattungen innerhalb der städtischen Bebauung. Nur wenig mehr als zehn Haller Bürger nutzten dieses Privileg. Allerdings nicht gleich, denn die Begüterten hatten auf dem Kirchhof ja häufig aufwendige Erbbegräbnisse, die nicht einfach an den Knüllberg und den Lotteberg verlegt werden konnten. Man begnügte sich vorläufig mit dem Rechtsanspruch auf Friedhofsgründungen in freier Natur.

Bestattung in freier Natur: Grabstätte der Familie Potthof am Lotteberg mit Blick auf Halle an einem Aprilabend um 2017. Foto: Haller ZeitRäume.

Hermann Hagedorn – Grabstätte im Landschaftspark

Hermann Hagedorn wollte den Anfang machen. Der wohlhabende Bremer Kaufmann im Überseehandel kam immer wieder zurück nach Halle an den Kirchplatz. Hier war sein Vater geboren worden, und hier unterstützte Hagedorn seine ebenfalls gut betuchte Tante in ihren Geschäften. Zunächst fasste er den Entschluss, am so genannten Bergkamp zum Wohle der Bevölkerung eine Parkanlage anzulegen, wofür die Tante ihm 1791 ihren zweieinhalb Hektar großen Bergteil am ‚Knüll‘ zur Verfügung stellte. Hagedorn kaufte und pachtete noch etwa viereinhalb Hektar hinzu. Alsdann begann er, Alleen und Wanderwege anzulegen, Obstbäume zu pflanzen und sogar Wein anzubauen.

Auf der Höhe des Berges ließ er einen Lustpavillon
errichten“, schrieb 1801 Johann Moritz Schwager, Pfarrer und Reiseschriftsteller aus Jöllenbeck, in seinem Bericht über den Besuch des ‚lachenden Städtchens‘, wie er Halle nannte. Der Pavillon sollte Sonntagsspaziergänger zum Verweilen einladen und ihnen einen weiten Blick ins Münsterland bieten. Der Volksmund gab dem Bauwerk wegen seines Aussehens den Namen ‚Kaffeemühle‘.

Außerdem legte Hermann Hagedorn in seinem Refugium nahe der Kaffeemühle eine Grabstätte mit acht Lagern an. Er wurde ernstlich krank und wollte dort seine letzte Ruhe finden. Clamor Friedrich Hagedorn, sein Sohn, sollte das Werk vollenden. Der Vater genas jedoch, verschied erst 1826 im Alter von 92 Jahren und wurde in Bremen beigesetzt. Der Sohn hingegen starb 41 jährig im November 1811 und fand seine letzte Ruhe im vom Vater geschaffenen Sandsteingeviert, wie 1854 – 43 Jahre später – auch seine Frau Friederike Louise Delius, verw. Hagedorn.

Sonderausstellung Haller Persönlichkeiten, Portrait Friederike Louise Hagedorn

Sie fand ihre letzte Ruhe in Hagedorns Grabanlage im Wald. Friederike Louise Delius verwitwete hagedorn.

Apothekergräber

Unweit der Hagedornschen Stätte liegen nördlich des Schützenberges die sogenannten Apotheker-Gräber. Sie entstanden ab 1816, etwa zeitgleich mit den Friedhöfen am Lotteberg, und wurden von Engelhard Dietrich Schmülling angelegt. Erhalten sind neun Grabmale, acht davon in gutem Zustand und lesbar. Der Chirurg Dr. Schmülling starb im Januar 1816, seine Tochter Franziska Wilhelmine zwei Monate später, sie wurde nur 22.

Schmüllings Gattin überlebte den Ehemann um 33 Jahre und verschied 1849, die unverheiratete Tochter Auguste Sophie Luise 1858. Der Arzt und die Apotheker waren verwandt. Eine weitere Tochter des Dr. Schmülling heiratete den Apotheker Kress, ihre Tochter Auguste Wilhelmine Lucie wiederum den Apotheker Dr. Schaeffer und in zweiter Ehe den Apotheker Reübert. Alle ruhen im Tode vereint unter schlanken hohen Buchen.

 

Begräbnisse der Familien Brinkmann und Kisker

Weiter hinauf am 254 Meter hohen Knüll richtete 1934 der Textilkaufmann Karl Brinkmann ein Familiengrab ein. Es ist unter den Haller Gottesäckern der höchstgelegene und einer von dreien, die ihrem Zwecke noch heute dienen. So wie der seit 1926 bestehende, von einem massiven schmiedeeisernen Zaun eingerahmte, in erhabener Stille daliegende, große Friedhof der Unternehmerfamilie Kisker.

Die Familien des Arztes Schmülling und des Apothekers Kress am Waldrand unweit der "Kaffeemühle". Foto: Wolfgang Kosubek

Waldbegräbnisse am Lotteberg

Wenn man den Knüll hinter sich lässt und Richtung Südosten wandert, dem Storkenberg (243 m) den Rücken gekehrt und die ‚Himmelsleiter‘ erklommen hat, dann erblickt man jenseits des ‚Grünen Weges‘ den Lotteberg (221 m). An seinem Waldsaum befindet sich die grösste Anzahl der Haller Erbgrabstätten. Schon von weitem zieht das etwas abseits im Felde liegende Potthoff’sche Begräbnis von 1825, das dritte noch genutzte, den Blick auf sich.

Es sind vor allem seine hochaufragenden windflüchtigen Kiefern, die Fotografen und Maler immer wieder inspirieren, gerade diese Totenstätte abzubilden.

Das größte Kreuz – aus Haller Sandstein, wie fast alle Male – markiert eindrucksvoll das Begräbnis Wethöner. Auf ihm ruht seit 1995 Dr. Hanneliese Wethöner, die letzte dieses Namens. Erst 1938
genehmigte der Mindener Regierungspräsident die Anlage, die zu Frühlingsbeginn immer von einem leuchtend gelben Blütenteppich aus Winterlingen bedeckt ist.

 

Die Waldbegräbnisse am Lotteberberg bei Halle Westfalen im Schnee. Charakteristisch ist der achteckige Pavillon aus Sandstein. Foto: Wolfgang Kosubek.

Im Wald nebenan stehen einige Grabmale etwas ungeordnet. Darunter das von Anna Elisabeth Wilmans geb. Kottenkamp, der Frau des damaligen Bürgermeisters Peter Gustav Wilmans. Ihr Todestag ist der 21. März 1811. Nirgends findet sich ein früheres Datum. Die in Stein
gemeißelten Abschiedsworte sind ein Beispiel von vielen für die romantische Sprache jener Zeit.

Man liest ( im Original):
Der besten Gattin der zaertlichsten Mutter
gewidmet von ihrem trauernden Gatten
von ihren weinenden Kindern.
Auferstehn und wiedersehn sind die Stuetze der Gebeugten,
die dir o Gattin, Mutter dieses Denkmal weihten

Dass ein Herr seinem treuen Diener zuweilen ein Denkmal gewidmet hat, davon zeugt ein Grabstein, dessen Inschrift in lateinischen Majuskeln ausgeführt ist.

Hier die Übersetzung:

Für die Gebeine seines unvergessenen
Freundes, des Herrn Culemann,
einstmals Gerichtsregistrator der
Ravenbergischen Präfektur, geboren
am 23. November 1744 und gestorben am 16.
September 1815,
ließ Meinders, ehemals Präfekt der Präfektur
Ravensberg, im Jahre 1816
dieses Denkmal errichten.

Im Jahr 2009 wurde in der Nähe, verborgen unter einer dicken Schicht aus Efeuranken und Laub, eine uralte Gruftplatte wiederentdeckt. 2,16 x 1,19 x 0,25 m groß und wohl 1600 Kilogramm schwer. Sie bezeugt die Existenz von Johann Lucas Brune (1691 – 1754) – er war 39 Jahre lang Haller Bürgermeister – und seiner Ehefrau Margaretha Eva Kisker (1702 – 1743). Stadt und Kirchenvorstand entschieden sich, die Verstorbenen posthum zu ehren: Die Platte steht jetzt aufrecht neben der Ev. Johanniskirche.

Das berührt die Frage, wodurch die Bestattungen am Waldrand damals in Gang gekommen sind. Die Grabplatte von Lucas Brune hat ursprünglich zweifellos auf dem Kirchhof gelegen. Es ist wahrscheinlich, dass die französischen Behörden mit Hilfe des genannten Dekrets versuchten, die alten Erbbegräbnisse zugunsten von platzsparenden Reihengräbern aufzuheben, was die Haller wenig beeindruckte. Sie hatten sich zuvor ähnlichen Vorstößen der Mindener Behörden schon widersetzt. Die Familie Brune schaffte das Grabmal ihres bedeutenden Vorfahren an den fernen Lotteberg, vermutlich um es vor einem ungewissen Schicksal (etwa der amtlichen Beseitigung) zu bewahren.

Bürgermeister Peter Gustav Wilmans hingegen wollte vielleicht mit gutem Beispiel vorangehen, als er seiner Frau für die ewige Ruhe den idyllischen Ort in schöner Bergeinsamkeit aussuchte. Es dauerte zwar noch fünf Jahre, bis der nächste seinem Beispiel folgte, doch selbst nachdem 1828 der neue Friedhof zur Verfügung stand, wurden aufgrund des nie aufgehobenen alten Privilegs noch eine Reihe weiterer Waldgrabstätten gegründet.

Die Gräber der Familie Wilmanns. Foto: Haller ZeitRäume.

Geradezu monumental mutet ‚Vogelsangs Begräbnis‘ von 1868 an. Es besitzt wuchtige Umfassungsmauern und hinter dem kunstvollen zweiflügeligen Gittertor führt eine breite Freitreppe zu dem Gräberfeld. Dort ruhen unter schweren Steinplatten Amalie Vogelsang geb.
von Kessel, Major A.D. Carl Friedrich Vogelsang, Stabsarzt Dr. Conrad Vogelsang und andere. Der Obelisk am nördlichen Rand trug einst eine lebensgroße Engelsfigur. Die aber wurde längst Opfer zerstörerischen Treibens.

1826 legte der Ober-Controlleur Friedrich Schultz aus schmerzlichem Anlass einen Friedhof an: 34jährig war am 20. Mai seine Tochter Friderica verstorben. Ihr Grabspruch lautet:

Wie Du gekommen zu uns, so bist Du von uns geschieden,
Rein wie die Tugend in Gott. Schlafe nun seligen Schlaf.

Die Särge der Tochter und ihrer Eltern ruhen in einer Gruft, über der sich ein massiver Halbbogen wölbt. Die seitlichen Öffnungen sind zugemauert. Im selben Monat, als Ehefrau Petronella am 8. Juni 1831 die Augen für immer schloss, ließ Schultz ein standesgemäßes Grabmal aufstellen mit der Inschrift:

Monument
errichtet im Juni 1831
vom Ober-Controlleur
Fried. Schultz

Familie Vogelsang ruhte einst unter den Schwingen eines Engels. Die monumentale Grabanlage ist erhalten. Der Engel felhlt. Foto vor 1960: Stadtarchiv Halle (Westf.)

Auch die Ruhestätte Buddeberg hat ihren Ursprung im Tode eines Kindes. Des im Alter von zehn Jahren verstorbenen August Buddeberg (1809-1819). Augusts Großvater war Pfarrer in Halle, sein Vater Schulrektor. Zu Landrichter Johann Heinrich Dunker dürfte eine Beziehung bestanden haben, da seine Grabpyramide von 1827 auf Buddebergschem Grund steht.

Dunkers Grabspruch stammt aus der Feder Jean Pauls:

Das Erdenleben ist die Hülse,
worin der Kern des zweiten Lebens reift.

Ein rostroter, stabiler Eisengitterzaun umgibt die Gemeinschaftsanlage der miteinander verwandten Familien Japing, Klostermann, Hülsmann und Hellmann. Das ehedem 2,70 m hohe Ehrenmal weist mit 1822 das Jahr seiner Entstehung aus. Nicht weniger als zwölf Grabsteine in unterschiedlichen Formen geben Aufschluss über die Geburts- und Sterbedaten der dort Ruhenden.

Obgleich eine dicke Kette mit Schloss den Zugang sichert, sind selbst hier Spuren von mutwilliger Beschädigung, jedoch auch natürlicher Verwitterung, unübersehbar.

Gleich daneben liegt die Grabstätte einer weiteren Potthoff-Linie. Besonders anziehend wirkt darin der kleine Pavillon, den Friedrich Wilhelm Potthoff erbauen ließ. Über dem Eingang steht:

Zum Andenken
an meine mir ewig theure Gattin
erbaut im September 1828
Friedrich Wilhelm Potthoff

Friedrich Wilhelm setzte mit dem Pavillon der Liebe zu seiner verstorbenen Ehefrau Helene Charlotte ein Denkmal und lässt den Fremden mit anrührenden Worte an seiner Trauer teilhaben:

Sechzehn kurze Jahre warst Du
geliebtes Weib mein Glück und meine Ehre.
Was wirst Du uns droben sein
wenn wir, unsere Kinder und ich
nach kurzem Schmerz Dich ewig wiederhaben

Helene Charlotte Potthoff starb mit 33 Jahren am 22. Juli 1828. Friedrich Wilhelm (er stellte aus seinem Besitz das Gelände für den neuen Haller Friedhof zur Verfügung) folgte ihr 1834 nach, die Söhne Gustav Adolph (20jährig) im Jahr 1845 und Franz Heinrich 1869.

Im Haller Ortsteil Hesseln lohnt der schöne Friedhof v. Morsay Piccard/Windthorst einen Besuch. U.a. liegt dort die Ravensberger Heimatdichterin Margarete Windthorst (1884-1958) begraben. Sie war auf Gut Hesseln zuhause und beschreibt in ihren Romanen sehr eindrucksvoll das bäuerliche Leben des 19. und 20. Jahrhundert in ihrer ländlichen Umgebung.

Wo gebildete Leute ein und aus gingen: Das Haus des Rektors Buddeberg, heute Lange Straße 24. Aufnahme um 1890. Leihgabe von Joachim Kriele.

Uhrmacher Waldhecker – Die Liebste im Garten

Wie uneinheitlich das Bestattungswesen Anfang des 19. Jahrhunderts in Halle praktiziert wurde, zeigt der folgende Fall aus dem Jahre 1821. Dem Uhrmacher Waldhecker war seine Frau am 30. Juli gestorben. Die älteren der sechs Kinder wollten die geliebte Mutter im Garten hinter dem Haus beerdigt haben, und so geschah es. Woraufhin der Nachbar Bohle heftigen Protest sowohl beim Haller Landrat, als auch bei der Mindener Regierung, bei dem westfälischen Oberpräsidenten von Vincke und schließlich selbst beim Innenministerium in Berlin erhob, um das Ausgraben der Leiche und Bestatten ‚am Berge‘, wo Waldhecker Besitz habe, zu erzwingen. Doch die Verstorbene blieb, wo sie war. Das Gesuch wurde mit Hinweis darauf, dass der Prediger seine Zustimmung erteilt hatte, abgelehnt.

 

Ein neuer Leichenhof

Ab 1826 wurden dann aber ernsthafte Versuche zum Ankauf eines geeigneten Friedhofgeländes unternommen. Immer noch widerstrebend, denn, so ein Einwand: billiges Land sei seit der Markenteilung nicht mehr zu bekommen. Im Dezember 1927 schließlich erwarb die Stadt von dem Kaufmann Potthoff gegenüber der Post für 560 Taler knapp einen Hektar Grund und Boden.

Im April 1828 war Pastor Ludolf Hoermann der Erste, der auf dem Haller Gemeindefriedhof zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Bis zuletzt hatte der hochverehrte Kirchenmann sich gegen den neuen Totenacker gewehrt.

Nachbarn im Leben und im Tod. Die Verstorbenen der Waldbegräbnisse wohnten zu Lebzeiten Haus an Haus in der Langen Straße - Buddeberg, Potthoff, Klostermann. Hier lebten auch Waldhecker und Bohle.Halle im Jahr 1784. Stadtarchiv Halle Westfalen.

Heute befindet sich der „alte“ Friedhof (Friedhof I) im Übergang zu einer städtischen Grünanlage. An der Alleestraße (Friedhof II) und an der Bielefelder Straße (Friedhof III) verfügen Kirchengemeinde und Stadt über weitere Bestattungsorte.

Wolfgang Kosubek

Dieser Aufsatz ist erschienen im Heimatjahrbuch 2010 des Kreises Gütersloh.

Der heutige Alte Friedhof in Halle Westfalen an einem nebligen Herbsttag. Foto: Wolfgang Kosubek.