Anfangen & Aufbauen
Halles Küchen und Stuben platzten aus allen Nähten, es herrschte Wohnungsnot! Um 1950 entstanden große Neubaugebiete. Straßennamen wie „Masurenweg“ sollten den Flüchtlingen ein wenig Heimatgefühl geben. Die Einheimischen jedoch sprachen abwertend von der „Ostzonalen-Siedlung“. Zu Geburten rief man gern die Hebamme, die eine vertraute Sprache sprach – Schlesisch zum Beispiel. Halle befand sich im Umbruch: Das Tiefbau-Unternehmen Reckmeyer florierte, das Sägewerk Haselhorst verarbeitete die ersten Tropenhölzer. Die Bonbonfabrik Storck zog nach Halle. Mehrere Jugendorganisationen gab es, etwa die Ostdeutsche Jugend und die Landjugend sowie die Sportvereine. Allmählich näherte man sich einander, zumal wenn man gemeinsam die Schulbank drückte….