Zeichnung von Grigori Endeberja

Russisches Schulheft | 1942
Stadtarchiv Halle (Westf.)

Seinen 18. Geburtstag am 24. Juli 1942 erlebte der ukrainische Zivilarbeiter Grigori Endeberja im Polizeigefängnis Halle. Ihm wurde vorgeworfen, auf dem Hof seines Arbeitgebers, Bauer Meyer zu Hoberge in Steinhagen, Eier gestohlen zu haben. Außerdem habe er den Hof verlassen und Kontakt zu Landsleuten gesucht. Der Bauer beobachtete zudem misstrauisch, dass Endeberja abends lange aus dem Fenster sah oder zeichnete. Wegen dieses „seltsamen Verhaltens“ erstattete der Bauer Strafanzeige (Stadtarchiv Halle (Westf.) Akte CS 12) und brachte das Skizzenheft des jungen Ukrainers gleich mit.

Grigori Endeberja stammte aus der Großstadt Stalino (heute Donezk) in der Ukraine, die im Oktober 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde. Der damals 17jährige brach kriegsbedingt die Schule ab. Ihm wurde ein Arbeitseinsatz im Deutschen Reich „angeraten“. Sein weiteres Schicksal wird zur Zeit geklärt.

Eine der Zeichnungen zeigt eine Hinrichtung, von der Grigori Endeberja gehört hatte:  Unweit des Hofes Meyer zu Hoberge war am 25. März 1941 der Pole Jan Szczykutoicz erhängt worden. Um ein Exempel zu statuieren, mussten alle polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter der Umgebung zusehen, während der Amtsbürgermeister die geltenden Verhaltensregeln für polnische „Fremdarbeiter“ verlas. Auch dazu wird aktuell geforscht…

 

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