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Schluffens Disco

Plattenhülle, Leihgabe aus Privatbesitz.

„Bevor du auflegst, macht Margret dir ein Spiegelei“. Im SCHLUFFEN ging es anfangs noch sehr familiär zu. Da wurde der DiscJockey erstmal in der Küche mit einer vernünftigen Mahlzeit versorgt, bevor das Equipment aufgebaut und dann „aufgelegt“ wurde.[1]

Ein gepflegtes Tanzvergnügen gab es bei Karl-Heinz und Margret Redecker schon, bevor Dieter Luedtke 1969 die Idee hatte, auch eine Disco im abgelegenen Hesseltal zu eröffnen.

Begonnen wurde – zumindest am Sonntag – schon um 17.00 Uhr. Die Gäste kamen bei Wind und Wetter mit Fahrrädern oder Mofas. Ein „Stiefel“ machte die Runde, und zu „Tainted Love“ rauchte die Nebelmaschine. Petra, damals 15 Jahre alt, erzählt, wen man im Schluffen treffen konnte…

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Sonderausstellung, Exponat der Haller ZeitRäume

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Exponat: Schluffens Disco

Schluffens Disco

Schluffens Disco

Ein gepflegtes Tanzvergnügen gab es bei Karl-Heinz und Margret Redecker schon lange bevor Dieter Luedtke 1969 die Idee hatte, eine Disco in einem Teil der Gaststätte im Hesseltal zu starten.

Neben dem großen Saal, in dem Freitags und Samstags Kapellen zum gepflegten Gesellschaftstanz aufspielten, gab es noch einen weiteren kleinen Saal mit einer Theke, einer Musikbox und einer Tanzfläche, genannt die „Deele“.  Der wurde dann zur ersten „Disco“ im Schluffen. Zusammen mit seinem Freund Paul-Heinz Maas baute Dieter Luedtke einen ausgedienten Schreibtisch zu einem DJ-Pult um. Zwei Plattenspieler, ein Verstärker, zwei Lautsprecherboxen, dazu zwei Philipsstrahler (blau und rot) und fertig war die „Disco“.

Zuerst nur Samstagabends, ein halbes Jahr später auf Grund des enormen Erfolges auch am Freitagabend,  wurden für das eher junge Publikum die aktuellen Hits gespielt. Der Kauf von zwei bis drei Singles pro Woche waren von Karl-Heinz und Margarete Redecker genehmigt. Gekauft wurden die damals bei „Radio Tönsing“ in Halle (Bahnhofstraße 13, heute „Weinsinn“). Dazu kamen die eigenen Platten von Dieter Luedtke, den nach kurzer Zeit alle nur noch DJ Lütti nannten. 1971 wechselte DJ Lütti dann in die Disco „Old Shatterhand“ in Werther und Peter Schreiber trat seine Nachfolge an.

Um 1971 ging es im Schluffen schon früh auf die Tanzfläche, nämlich mittwochs, freitags und samstags ab 19.00 Uhr, am Sonntag (!) sogar schon um 17.00 Uhr. [2]. Das Publikum war meist sehr jung – die wenigsten hatten schon einen Führerschein. Von Halle aus wurde mit dem Fahrrad ins abgelegene Hesseltal gestrampelt, voller Neid auf jene, die ein Mofa fuhren.

Anfang der 1980er Jahre kehrte DL Lütti noch einmal als DJ für drei Jahre „in den Schluffen“ zurück. Die Musik hatte sich weiterentwickelt – „New Wave“ und die „Neue Deutsche Welle“ waren spannend…

Spektakulär war zu dieser Zeit das „Schwarzlicht“. [4] Es ließ die Neon-Klamotten erstrahlen, aber auch Schuppen auf schwarzen T-Shirts. Hier lernte man Gleichaltrige von anderen Schulen kennen – manche etwas näher…  Für die jungen Frauen stand das Tanzen im Vordergrund. Die Bässe dröhnten, die Lichter flackerten und zu den Synthesizer-Klängen von „Enola Gay“ oder „Tainted Love“ rauchte die Nebelmaschine…

Auch an den Weihnachtsfeiertagen konnte man noch 1986 als familienmüder Jugendlicher in „Schluffens Disco“ flüchten, es war ab 20.00 Uhr geöffnet.

Unter dem vielsagendem Namen „Help“ ging es ab 1989 im Hesseltal weiter. Es empfahl sich mittwochs, freitags und samstags ab 21.00 Uhr als „Beerhouse Disco“. Weitere Details sind bisher dazu nicht mehr in Erfahrung zu bringen…

Was habt Ihr im Schluffen erlebt? Erzählt uns davon!

Haller ZeitRäume – Wir sammeln Erinnerungen.

 

 

 

Zum Schluffen fehlt uns dringend ein Bild, darum mussten wir hier leider die Nebelmaschine anwerfen... ;) Wer hat ein Schluffen-Foto oder -Erinnerungsstück?

Schluffen-Playlist

Welche Musik wurde im Schluffen gespielt? Was war Dein Lieblingslied?

  • Soft Cell: Tainted Love
  • Orchestral Manoeuvres in the Dark: Enola Gay
  • New Order: Blue Monday
  • ….

 

Schreib eine kurze Mail, damit wir die Schluffen-Playlist fortsetzen können! Kontakt…

 

[1] Gespräch N.N., 06.02.2017.

[2] Haller Kreisbaltt vom 16.10.1970.

[3] Haller Kreisblatt vom 24.12.1986.

[4] Gespräch mit jungen Schluffen-Besucherin von damals am 3. Juni 2019.