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Le Bistro

Foto: Leihgabe von Dieter Luedtke.

„Im Bistro waren wir eigentlich immer – fast jeden Tag!“

Als die Diskothek „Rave“ 1977 schloss, war schon klar, dass ein Treffpunkt für Jugendliche in Halle fehlen würde. Rave-DJ Dieter Luedtke beschloß darum, den „Wicküler-Krug“ in der Moltkestraße zu übernehmen und daraus eine Jugendkneipe zu machen – irgendwo zwischen Gaststätte und Jugendzentrum. So entstand das LE BISTRO. Wie schon im „Rave“ gab es auch hier lustige Gemeinschaftsaktionen und schräge Wettbewerbe. Immer wieder hatte „Lütti“ neue Ideen.

Vier junge Männer übernahmen 1980 das „Le Bistro“: Bodo Colberg, Ralph Lünstroth, Hans-Peter Rosendahl und Dirk Teichert suchten eigentlich nach einer pfiffigen Möglichkeit, ihr Studium zu finanzieren…

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Exponat: Le Bistro

„Le Bistro“ für nette junge Leute

Auf den Stufen im Rave hatten sich alle so gern gelümmelt… War der Umbau daran schuld, dass der Laden nicht mehr lief? Doch ohne das Rave, in dem viele Haller Jugendliche jeden Tag mal vorbeischauten, ging es natürlich auch nicht – das war Dieter Ludtke, dem Mitinhaber, Kreativen und DJ des Rave, schnell klar [1].

Der „Wicküler-Krug“ in der Haller Moltkestraße suchte einen neuen Pächter, und mit dem Konzept einer relativ ruhigen Kneipe für „nette junge Leute“ [2] würde es hier, mitten im Wohngebiet, schon gehen.

Dieter Lüdtke renovierte und dekorierte. Warm und gemütlich sollte es sein. Das alte „Rave“-Schild kam an die Wand, gerahmte Bilder sowie Bistro-Tische gaben etwas französischen Flair und zugleich den Namen: Le Bistro. Der „Knüller“ war ein Billardraum [3]. So konnten Jugendliche ganze Nachmittage und Abende hier verbringen, in einer eigenen Welt, fern der Autoritäten – Eltern, Lehrern, Lehrherren.

Jugendkneipe Le Bistro, Moltkestraße 32 in Halle Westfalen um 1978. Foto: Leihgabe von Dieter Luedtke.

Jugendkneipe Le Bistro um 1978. An der Wand hängt das Eingangsschild der ehemaligen Diskothek „Rave“. Foto: Leihgabe von Dieter Luedtke.

Zweite Heimat...

So rangierte das Bistro irgendwo zwischen Jugendzentrum und Gaststätte. Es wurde nicht nur verkauft sondern immer auch Programm gemacht, gemeinsame Aktionen, an denen jeder teilhaben konnte – mal ein Knobel-Match, mal eine Mai-Fahrrad-Tour mit Schnitzeljagd.[4]

Normalerweise hatte das Bistro von 16.00 – 0.00 Uhr geöffnet, Samstags und Sonntags eine Stunde länger.

Als Bodo Colberg, Ralph Lünstroth, Hans-Peter Rosendahl und Dirk Teichert das Bistro übernahmen, führten sie dieses Konzept weiter: „Richtig gute Musik, bisschen dunkel…“ erinnert sich jemand. „Wir haben Karten gespielt, es gab einen Kicker und außerdem super Hot-Dogs. Die habe ich verschlungen!“ [5].

Wettbewebe organisierten die Jugendlichen gelegentlich auch selbst: Nächtliche Mofa-Rennen über die Moltkestraße brachten den geplagten Anwohnern manche schlaflose Nacht.

Selbst am 24. Dezember machten Bodo Colberg und Co. das Bistro zu fortgeschrittener Stunde auf – für alle, die nach der besinnlichen Feier in ihre eigene Musik und ihre eigene Welt abtauchen wollten.

„Als das Bistro zumachte, waren viele traurig..“[6].

Aber wann war das? Und was haben wir noch vergessen? Erzähl‘ uns davon!

Haller ZeitRäume – Wir sammeln Erinnerungen.

Kontakt…

Jugendkneipe Le Bistro, Moltkestraße 32 in Halle Westfalen um 1978. Foto: Leihgabe von Dieter Luedtke.

Maitour des „Le Bistro“ um 1978. Foto: Leihgabe von Dieter Luedtke.

Le Bistro – Playlist

Welche Musik wurde im Bistro gehört? Mach den Anfang und schick uns gern ein paar Stücke für die Playlist…

Kontakt…

[1] Gespräch mit Dieter Luedtke am 6. Juni 2019.

[2] Haller Kreisblatt vom 3. August 1977.

[3] ebd.

[4] Gespräch mit Dieter Luedtke am 17. Juni 2019.

[5] Gespräch mit „Andi“ am 20. Juni 2019.

[6] Gespräch mit „Andi“ am 20. Juni 2019.