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Eduard Kisker der II.

Der zweite Kuss

Der Name Kisker gehört zu Halle wie die alten Linden. Seit 1732 begleitet er die Entwicklung der Stadt und hat zu ihrem Wohle vielfältig beigetragen.
Man kennt Kisker heute vor allem als Hersteller von Markenspirituosen. In der Reihe der inzwischen acht Firmeninhaber tragen drei den Vornamen Eduard und verfolgten doch ganz unterschiedliche Ziele.

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Exponat: Eduard Kisker der II.

Fortsetzung

Kommerzienrat Eduard der II. (1850-1926) gab sich besonders volksnah. Sein Blick ruhte auf allen Schichten der Bevölkerung, und wer Sorgen hatte, der fand bei ihm Gehör. Wem etwa im Winter die Kohlen ausgegangen waren, der konnte bei ihm kostenlos welche bekommen. Das Krankenhaus, die Kirche, die Armenfürsorge, die öffentliche Hand — er unterstützte alle mit klugem Rat und Geldspenden. In der Zeit von 1907 bis 1919 versah Kisker das Amt des Haller Stadtvorstehers (Bürgermeister). Als seine wohl größte Tat wird die Gründung der Höheren Privatschule angesehen, die er zusammen mit Carl-Heinrich Brune 1896 ins Leben rief und unterhielt, bis diese 1922 durch die städtische Mittelschule abgelöst wurde. Wie es seine Wesensart war, feierte der überzeugte Preuße gerne — am liebsten auf dem Kreistierschaufest in Tatenhausen. Dort drückte Eduard Kisker der Tochter des Wirtes einmal übermütig einen Kuss auf die Wange. Nachdem der Vater erfuhr, was und wer die junge Dame hatte erröten lassen, meinte er trocken:
„Da geh man hin und lass dir noch einen geben!“
Der zweite Kommerzienrat errichtete unter anderem auf dem Betriebsgelände zwei Brennereien, kaufte einen neuen Dampfkessel, schuf die Marke „Haller Baum“ und ließ 1905 den 240 Meter tiefen Brunnen bohren, aus welchem Jahrzehnte später der „Lindenbrunnen“ für die Mineralwasser-Abfüllung sprudelte. Im Jahr 1926 starb der zweite Eduard. Als Erster fand er auf dem frisch angelegten Waldbegräbnis der Familie seine letzte Ruhe.

Wolfgang Kosubek

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